Checkpoint California | B: Grenzverläufe

Berlin | 24. Juni 2015 | 19 Uhr
Deutsche Bank Kunsthalle | Unter den Linden 13-15 | 10117 Berlin

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Gespräch | GRENZVERLÄUFE

Mit Kathrin Röggla und Antje Rávic Strubel, Moderation: Denis Scheck

Fragen nationaler und sozialer Grenzverläufe stellen sich heute neu im Kontext von Terrorismus, hybrider Kriegsführung, aber auch von Katastrophenszenarien und den daraus erwachsenden Überwachungsdynamiken, die tiefen Einfluss auf unsere Wahrnehmungsgewohnheiten haben. Wo verläuft die Grenze zwischen staatlicher und individueller Verantwortung? Führt sich die vielbeschworene Zivilgesellschaft ad absurdum, wenn sie versucht, gesellschaftliche Ungleichheiten „wegzutrainieren“? Was heißt es, wenn eine Metropole wie L.A. vor dem Bankrott steht oder wenn in Selbsthilfegruppen der Großbankrotteur neben dem Elendsschuldner sitzt? Wieviel Alltag ist möglich, wenn ununterbrochen „Erdbebenwetter“ (Strubel) herrscht? Zuletzt: Ist der Ausnahmezustand das bestimmende Narrativ der Gegenwart.

Kathrin Röggla (*1971 in Salzburg) lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Berlin. Sie schreibt Prosa, Theatertexte, Radiohörspiele und Essays und wurde unter anderem mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (2005), dem Nestroy-Preis für das beste Stück (2010) und dem Arthur-Schnitzler-Preis (2012) ausgezeichnet. Erschienen sind von ihr unter anderem die Bücher „Niemand lacht rückwärts“, „Irres Wetter“, „really ground zero“ und das Prosabuch „die alarmbereiten“. 2012 wurde Röggla als neues Mitglied in die Akademie der Künste in Berlin berufen, 2015 wurde sie zur Vizepräsidentin der Akademie gewählt.

Antje Rávic Strubel (*1974 in Potsdam) lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Potsdam. Sie studierte Literaturwissenschaft, Amerikanistik und Psychologie in Potsdam und New York. Zu ihren Werken zählen die Romane „Unter Schnee“ und „Fremd Gehen. Ein Nachtstück“ sowie „Tupolew 134“. „Kältere Schichten der Luft“ (2007) gewann den Hermann Hesse Preis und den Rheingau Literatur Preis und fand sich auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse. Ihr jüngstes Buch “Sturz der Tage in die Nacht“ (2011) war für den Deutschen Buchpreis nominiert. Sie ist außerdem die Verfasserin der Gebrauchsanweisung für Schweden und der Gebrauchsanweisung für Potsdam und Brandenburg und übersetzte Joan Didion aus dem Englischen. 2012/13 war sie als Writer in Residence am Deutschen Haus New York und am Helsinki Collegium for Advanced Studies, Finnland. 2003/04, 2010/11 und 2015 hatte Strubel Dozenturen am Deutschen Literaturinstitut Leipzig inne.